INGWELALA 1
Freitagmorgen 3:45 Uhr. Abfahrt. Peter, Schulgründer und Head of Bookkeeping in Sparrow hat eingeladen. INGWELALA. Safari im Busch. Private Gamefarm am Rand des westlichen Krügernationalparks. (Game = Wildtiere in Afrika / Gamefarm = Private Lodge) Vom Highfield rund um Joburg (ca.1700m) runter ins Lowfield auf ein paar hundert Meter. Bis jetzt hatte ich Afrika nur im Großraum Joburg, Pretoria und Soweto gesehen. Wenig freie Flächen und irgendwo zwischen Township und Luxusvillen. Jetzt zeigt sich mir ein anderes Afrika. Nio,Sohn von Melanie ist mit unterwegs und eine dreiviertel Stunde später holen wir in einem schicken Vorort von Pretoria Bruce ab. Imobilienmakler und Freund von Peter. Unterwegs in einen Nissan Pickup zieht plötzlich ein völlig anderes Afrika an mir vorbei. Im dämmerigen Licht des neuen Morgens liegen weite Flächen rechts und links des Highways. Teilweise beackert und teilweise Weidefläche. Wir nähern uns den ersten Ausläufern der Drakensberge. Entgegen meiner sonstigen Einstellung zu Bergen, versetzen mich diese schroffen, kantigen, braungrünen Felswände in eine sanfte Stimmung, während das Licht langsam an ihnen herunterfließt. Langsam aus dem Morgennebel auftauchend, kündigen sie unseren Abstieg in das Lowfield an.
Erster Stop. Tankstelle etwas Abseits vom Highway. Kaffee und Coke to go und Vollgetankt und beschlossen mit dem Frühstück bis Houtspriet zu warten. Wundervolle grüne Landschaften um halb acht am Morgen. Verschlafene Nester die eher an den amerikanischen Westen einnern als an Südafrika.Coffeeshops und Drugstores,Angelläden, kleine Boutiquen und Andenkenläden wechseln sich am Rand der Strasse ab. Zwischen den Städtchen 10- 20 Kilometer freie Fläche. Ein letzter Tunnel und dann liegt das Lowfield vor uns. Der Tunnel ist nicht lang, aber als Bruce behauptet auf der anderen Seite sind es ein paar Grad mehr, zweifele ich doch daran. Er behält Recht. Nach einhundert Metern Tunnel steigt die Temperatur um fast fünf Grad. In der Ferne ist das Buschland zu erkennen.
Houtspriet. Letzte Möglichkeit zum Einkaufen und tanken. Danach beginnt das Buschland. Americanbreakfast at Spurs - einer Fastfoodkette mit einem Indianerhäuptling im Logo. Eggs, Bacon und Toast. Und dann einkaufen. Was brauchen ein Teenager und drei gestandene Männer für drei Tage im Busch. Ihr würdet euch wundern! Dreißig Eier, drei Pakete Toast, 8l Cola, 4l Orangensaft, 20l Trinkwasser, 1kg Cheddar, 4 große Dosen Thunfisch, 6 Avocados, 2 große Butternutfrüchte - ich weiß immer noch nicht was das ist, aber es schmeckt ganz nett - und Fleisch. Und wenn ich von Fleisch rede dann von richtig großen Stücken. Laptopgroße T-bonesteaks, Portersteaks in der Grösse von DIN A4 Blätter und das Nationalgericht der Südafrikaner: Boere wors - grobe Mettwurst, zweimal so dick wie unsere Bratwurst, die auf den Grill geschmissen wird. Mir schmeckt sie nicht. Aber die Jungs lieben es. Ich bin nicht böse, wenn für mich nur Steak bleibt." Ehrlich nicht!" versichere ich Bruce. Ich bin mir sicher das 4 Kilo von dem Zeug reichen werden. Und zur Not haben wir auch noch 4 Kilo Steaks.
Fünf Kilometer und wir erreichen das erste Gate. Eingang zum Buschland. Bewacht von Rangern mit automatischen Waffen füllen wir unsere Eintrittsformulare aus. Wildern ist nicht. Allerdings erzählt uns ein Ranger von einer Herde Elefanten, die alle durch Kopfschuss von oben getötet wurden. Auch hier kennt die Spirale kein Ende der Aufrüstung. Wenn unten kontroliert wird, nimmt man eben einen Hubschrauber. Das Elfenbein läßt sich auch damit abtransportieren. Noch ein Gate nach 15 km. Selbe Prozedur. Alles sehr entspannt. Ruhig und professionel. Und dann nur noch 30 km. Unterwegs -hinter dem Zaun der den Fahrweg hier noch begrenzt - Giraffen und Impalaantilopen und in weiter Ferne ein Elefant. Noch hinter Zäunen, bald allerdings ohne. Langsam wird mir klarer was es bedeutet im Busch zu sein.
Fuers erste wieder eine Pause. Muß schnell noch eine Kupplung ausbauen. Und dann noch Teile holen und ein bißchen unterrichten. Hoffe das ich heute noch zu Ende schreiben kann...
Ein paar Fotos gibt es auch...